Sogar umprogrammieren. Und das zehnfach. Wenn man's richtig anstellt, gehorcht sie sogar auf Augenaufschlag -- dank Eye-Start-Funktion. So gelehrig und folgsam ist nicht mal ihre schärfste Rivalin, die Canon EOS 300. Eine einfache Funktion versagt leider manchmal: Der Autofokus springt nicht immer automatisch an. Drückt man jedoch den separaten AF-Knopf, klappt's wunderbar. Wo andere Kameras nur hilflos blinzeln und der Autofokus endlos von neuem sucht, da findet das Auge der Minolta ruckzuck Halt, dank Kreuzsensor mit zwei vertikalen AF-Sensoren.
Da lohnt es sich, ein Originalobjektiv zu wählen. Minolta bietet im Setangebot ein recht gutes Normalzoom: relativ lichtstark im Weitwinkelbereich (Blende 3,5 bei 28 mm) und einigermaßen leicht (230 Gramm). Der 80mm-Zoom genügt für Portraitfotos. Auch die Nahgrenze ist in Ordnung, man kann bis auf 38 Zentimeter ans Objekt ran.
Aber ist die 505si super? "Super" nennt sie sich, weil sie beispielsweise einen Objektivschaft aus Metall besitzt (statt Plastik, wie das Vorgängermodell). Manche schwören darauf, obwohl Plastik inzwischen bewiesen hat, dass es Objektive lange und gut genug halten kann. Und warum bloß ist dann ihre Stativ-Halterung aus Plastik? Metall macht das "Super"-Modell schwerer -- die 10 Gramm mehr fallen aber kaum ins Gewicht. Denn die Kamera hat kaum Fett an den Hüften: optimale Raumnutzung, geschaffen mit einer speziellen 3D-Software. Das zumindest ist tatsächlich "super".
Ihre ganz besondere Stärke zeigt die Kamera im Dunkeln. Natürlich, ihr Aufklappblitz ist mickrig. Das kennt man von der Einsteigerklasse. In die Kirche oder andere große Räume kann man damit kaum gehen. Und rote Augen lassen sich mit einem direkten Blitz nie ganz vermeiden. Doch welcher Aufklappblitz kann schnelle Bewegungen fixieren? 1/90stel-Blitzsynchro, der Standard, ist zu schwach. Hier bildet die Minolta eine Ausnahme: Mit ihren 1/125stel verwackelt weniger. Und im Dunkeln hat sie noch mehr zu bieten, was Konkurrenzmodelle vermissen lassen: eine Minolta-typische Automatik für Nachtaufnahmen.
Fazit: Hat man die Kamera erst mal im Griff, passt sie sich trefflich den eigenen Ansprüchen an und gibt Sicherheit im Dunkeln. --Frank Rosenbauer
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